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Bardino der Hütehund der Kanaren







 


 
Bardino – Hütehund der Kanaren
(auch Bardino auténtico, Bardino Majorero, Perro de Majorero, Perro de Ganado, Verdino und Majorero Canario genannt)

Mit einem Urlaub auf den Kanaren verbindet man nicht nur Sonne, den ständig wehenden Passatwind, das glasklare Wasser, Palmen, wunderschöne Strände, Aloe Vera Pflanzen und das gute Essen, sondern auch die gestromten Hunde, welche man vor den Häusern der Majoreros und den Ziegenbauern, sieht.

Der Bardino ist die mit der Insel Fuerteventura am engsten verbundene Hundrasse. Auf dieser Insel hatte diese Hunderasse auch ihren Ursprung.

Der Urtyp, der Bardino auténtico, ist ein stolzes Tier. Er hat sich im Laufe der Jahrhunderte im Wesen und in der Optik kaum verändert und ist auch bekannt als Bardino Majorero. Der Bardino ist der Hütehund der Kanaren und er wird auch als Wach-, Begleit- und Familienhund gehalten. Leider leben viele Bardinos auf den Kanaren an der Kette.

Die Bewohner, die auf Fuerteventura geboren sind, nennen sich selbst "Majoreros", was soviel heißt wie "Einwohner von Fuerteventura". Daher wird der Bardino auch auf Fuerteventura von Einheimischen "Perro de Majorero" genannt, was folglich so viel bedeutet wie "Hund der Einheimischen".

Auch die Bezeichnung "Perro de Ganado" bedeutet nichts anderes als Vieh-Hütehund (perro heißt Hund, ganado heißt Viehzucht, ein ganadero ist ein Viehzüchter). Ein "Perro de Ganado Majorero" ist somit ein "Vieh-Hütehund auf Fuerteventura" d.h. im Ursinn ein "Ziegen-Hütehund". Auch hier ist der Bardino gemeint.

Der Bardino wird auch häufig als "Verdino" bezeichnet. Das Fell des Bardinos schimmert bei einem bestimmten Sonnenlichteinfall grünlich. (verde = grün).

Der Bardino ist noch keine beim F.C.I. eingetragene Hunderasse, aber der spanische Hundezüchterverband hat diesen Hund als Rasse bereits anerkannt.
Auf Gran Canaria gibt es einen "Club Español del Perro Majorero". Auch auf Fuerteventura gibt es einen "Bardino Club" und Zuchtausstellungen von Rassehunden, wo unter anderen auch der Bardino als Rasse vorgestellt wird.

Für mich ist der Bardino eine der perfektesten Hunderassen.Er verkörpert alles, was ein Hund haben bzw. darstellen sollte.

Die Hündinnen nennt man Bardina, den Rüden Bardino. Die Bezeichnung für die Hunderasse ist "Bardino".

 

Die Widerristhöhe (Schulterhöhe) des Bardino auténtico liegt zwischen 55 und 63 cm bei einem Gewicht zwischen 25 und 45 kg.

 

Das weibliche Tier, die Bardina, sollte eine Widerristhöhe zwischen 55 und 61 cm und ein Gewicht von 25 - 35 kg haben.

 

Das männliche Tier, der Bardino, sollte eine Widerristhöhe zwischen 57 cm und 63 cm und ein Gewicht von 30 - 45 kg haben.

 

Der Bardinorüde und die Bardina haben bei der Schulterhöhe einen Toleranzspielraum von 2 cm.

 

Die Augenfarbe der Bardinos ist haselnuss- oder mandelfarben, bis hin zu dunkelbraun.
 

Der Bardino ist ein intelligenter Hund. Sein Fell ist tiefschwarz und gestromt.

Ein Bardino, in guter Verfassung, ist ein stolzes, kraftstrotzendes und gut bemuskeltes Tier mit all den Eigenschaften eines Hundes, der dem Menschen über mehrere Jahrhunderte in der Landwirtschaft geholfen hat.

Bei seiner Familie und guten Bekannten ist er freundlich und anhänglich, aber er verteidigt sich selbst, seine Familie, sein Rudel und sein Revier.

Der Bardino ist in der Regel verträglich mit seinen Artgenossen und auch anderen Haustieren gegenüber, wie zum Beispiel Katzen, aufgeschlossen und freundlich eingestellt (wenn sie aneinander gewöhnt sind).

Er ist anpassungsfähig, eher ruhig und ausgeglichen.

Der Bardino ist eine noch sehr urtypische Rasse und weist daher selten Erkrankungen, wie Hüftgelenksdysplasie oder ähnliches auf.

Oft werde ich gefragt, was den Bardino von der Optik her so einzigartig macht. Hier kann ich nur sagen "DIE EINZIGARTIGE STROMUNG!" Kein Hund ist so gestromt wie ein Bardino! Die typische Bardino-Stromung sieht aus, als habe man versucht auf einem tiefschwarzen Hund mit einem Pinsel ganz leichte beige ins graue übergehende Streifen aufzumalen. Oft haben auch die Bardinos etwas weiss an der Brustpartie.

Bei dem Bardino findet man oft doppelte Wolfskrallen an den Sprunggelenken. Ich habe einige Male bei den Bardino auténtico gesehen, dass diese doppelten Wolfskrallen wie Kreolen ineinander verwachsen waren. Die doppelten Wolfskrallen werden "los dos cunjas" genannt. Bei einem gemäßigtem Lauftempo des Hundes berühren sich diese doppelten Wolfskrallen leicht. Die Rute des Bardinos ist kürzer und wird oft stolz aufrecht getragen

Manchmal sieht man Bardinos mit einer etwas kürzeren Rute. Es wird gesagt, dass die Spanier den Hunden die Ruten im Welpenalter "abbeißen", damit ihr gutes Wesen ausgeprägter wird. Dies ist meiner Meinung nach ein Ammenmärchen! Obwohl ich es mir gut vorstellen kann, dass man früher schon mal auf "seltsame Ideen" gekommen ist. Im Süden sind Hunde mit kürzeren Ruten und sogar kupierten Ruten und Ohren leider sehr geschätzt.

Der Bardino auténtico ist kein Hund für einen Hundeanfänger. Es handelt sich hier um eine uralte Rasse, die sehr stolz und willensstark ist. Man könnte schon fast von Sturheit reden. Wenn man die Liebe eines Bardinos gewonnen hat, hat man einen Freund fürs Leben. Ein Bardino würde alles für seinen geliebten Menschen tun. Ein Bardino sollte, wie alle Hunde, konsequent und liebevoll ausgebildet und erzogen werden.

Lebenserwartung: Im Durchschnitt können Bardinos 12 bis 15 Jahre alt werden und sogar noch älter, wie ich aus eigener Erfahrung weiß.

Der Schriftsteller und Historiker José de Viera y Clavijo beschreibt die Bardinos wohl am treffendsten: "... abgesehen von seiner grazilen Gestalt, seiner Lebhaftigkeit, seinem Mut und seiner Schnelligkeit, besitzt er jenes feine und seltene Gefühl, das es ihm gestattet, mit dem Menschen in Beziehung zu treten. Der Bardino versteht die Würde des Menschen, kämpft für dessen Sicherheit, gehorcht und hilft ihm, verteidigt ihn und liebt ihn... und weiß genau, wie er sich die Liebe seines Besitzers erwerben kann."

Auf der linken Seite sehen Sie Fotos vom Bardino auténtico (Bardino Majorero).


 


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